Der Podcast Hype – Was steckt dahinter?

Podcasts sind der neue Online Trend in Deutschland und doch gibt es ihn schon seit gefühlten Ewigkeiten.

Im Vergleich zu den USA hinkt Deutschland zwar deutlich hinterher, was die Nutzung und Auswahl angeht. In den USA hören 46 Millionen Amerikaner ab 12 Jahren monatlich mindestens einen Podcast. Im Vergleich: Laut der ARD/ZDF Onlinestudie konsumieren in Deutschland knapp 7,5 Millionen Nutzer Podcasts.

Wie so viele technische Innovationen der vergangenen Jahre sind auch Podcasts in den USA entstanden. Der ehemalige MTV-Moderator Adam Curry, gilt als einer der Urväter des Mediums.

Ein großer Medienhype durch einen Bericht in der US-Amerikanischen Wired im März 2005, mit dem Titel „The End of Radio (as we know it)“, sorgte schließlich für die nötige Aufmerksamkeit.

Nach Erscheinung der iTunes Version 4.9 (im selben Jahr) wurden Podcasts dann für die breite Masse zugänglich gemacht.

Die Wired Ausgabe, die Podcasts berühmt machte *Die Wired Ausgabe, die Podcasts berühmt machte.
Bereits durch die Einführung von Apples Ipod im Jahre 2001 wurde es möglich gemacht, die eigene Musik in der Tasche mitzunehmen und Audio-Dateien ins Internet stellen ist weder eine Besonderheit, noch eine Revolution.

Es geht dabei um mehr!

Die Vorteile, wie die nicht vorhandenen zeitlichen, redaktionellen und thematischen Beschränkungen, die Möglichkeit der direkten Kommunikation mit den Hörern und die Abo-Funktionalität der RSS-Technologie sorgten letztendlich für den Durchbruch.

Unterhaltung und Wissen to-go!

Podcasts eignen sich super als Unterhaltungsmedium für unterwegs. Egal ob in der Mittagspause, auf dem Weg zu Arbeit, beim Joggen, in der U-Bahn oder in der Wartschlange – alles Situationen in denen visuelle Medien nicht oder nur sehr eingeschränkt genutzt werden können. Ganz klar: Die Nutzer können zuhören, wo und wann sie wollen.

Marketinginstrument für Unternehmen

Podcasts werden als Werbemedium in Deutschland kaum genutzt. Das liegt wahrscheinlich daran, dass Podcasts in der Wahrnehmung von Planern und Werbetreibenden noch als absolute Nische gelten. Dabei wächst die Podcast-Vielfalt stark, und immer mehr Formate erweisen sich als sehr reichweitenstark: Podcasts geben Lebenshilfe und Unterstützung bei Motivation, Produktivität und Life-Coaching, beim Erlernen von Sprachen und als Einschlafassistenten. Es funktionieren aber auch Formate, bei denen sich einfach eine Handvoll Nerds um ein Mikrofon setzt und über Videospiele und andere Hobbys philosophiert. Auf diese Weise erreichen bspw. der „PietCast“ des erfolgreichen YouTube-Kollektivs PietSmiet pro Folge 750.000 Hörer und die Macher von „Radio Nukular“ immerhin 130.000 (Quelle: GamesWirtschaft, August 2016). Letztere betreiben zudem kräftig Markenpflege, waren mit ihren „Vergangenheitsbewältigungspodcasts“ im Herbst 2016 bereits zum zweiten Mal auf Deutschland-Tour und verkaufen Merchandisingartikel mit Podcast-Zitaten.

Content, Content, Content…

Neben den Social Media Aktivitäten auf den bekannten Plattformen Facebook, Insta & Co., bietet ein eigener Podcast auch hervorragende Werbemöglichkeiten für Unternehmen. Denn im Grunde genommen ist es eigentlich ganz einfach: Die Produktionskosten für einen Podcast sind sehr gering. Außer einem Mikrofon und einfach zu bedienender Software ist für die Erstellung eines Podcasts nichts weiter nötig. Auch dem Nutzer reicht ein PC, Laptop oder Smartphone mit Internetzugang.

Das bedeutet leichte Verfügbarkeit und wenig Aufwand für beide Seiten, eine klassische Win-win-Situation. Die technische Seite scheint wohl nicht das Problem zu sein, aber wieso kann nicht jeder lospreschen und einen eigenen Podcast beginnen? Das Zauberwort ist Content, also der Inhalt der Podcasts. Denn wie bei jedem anderen Konzept muss hier zunächst mit einer Marktanalyse angefangen werden. Habe ich etwas zu sagen, was die Leute interessiert? Gibt es eine Nachfrage für das Thema? Kann ich meine Hörer fesseln und inspirieren?

Verlockende Werbemöglichkeiten

Podcasting ist in den USA mittlerweile ein lukratives Geschäft. Viele Firmen schalten Werbung. Zudem gibt es Netzwerke, wie zum Beispiel PodCast One, die ihre Podcasts gebündelt an Werbepartner vermitteln. In Deutschland bieten bisher wenige Firmen, beispielsweise Viertausendhertz, diese Bündelungen an.

Werbebotschaften werden oft direkt in den Inhalt der Sendung integriert und zum Teil sogar in Form eines Interviews mit dem Unternehmen umgesetzt. Dadurch wird der Werbung vom Zuschauer eine hohe Aufmerksamkeit entgegengebracht. Denn die Zuhörer lauschen konzentriert und sind tief im Thema.

Während der CPM (Preis für 1000 Kontakte) für Werbung im klassischen Radio zwischen einem und achtzehn Dollar liegt und der CPM für Fernseh-Werbespots zwischen fünf und zwanzig Dollar, kommt ein Werbeplatz in einem Podcast auf einen CMP zwischen 20 und 45 Dollar und ist damit, laut einer Studie zum Status quo der deutschen Podcasting-Szene, doppelt so hoch.

Eine Interessante Zielgruppe…

Neben den geringen Produktionskosten gibt es noch andere Faktoren, die Podcastmarketing für Unternehmen sehr interessant machen. Die Zielgruppe…

Denn Podcast Hörer sind:

  • Loyal
  • Gebildet
  • technikaffin
  • trend- und modebewusster
    Besserverdiener
  • Mediennutzer

*Quelle: sendegate.de

Der Hype um Podcasts ist daher sicherlich berechtigt. Geringe Einstiegskosten und zugleich große Reichweite versprechen rosige Aussichten für das aktuell noch nischige Medium. In den USA wird vorgelebt, wie erfolgreich man mit Podcast sein kann, deshalb springen nun alle nach und nach auf den Zug auf. Die Frage wird in Zukunft sein, wer sich lange behaupten kann und wer mit seinem Content an der Spitze bleibt und dauerhaft Hörer für sich gewinnt. Denn Podcasting hat das Potenzial, sich zu einem wichtigen Medium und damit auch zu einem ernst zu nehmenden sowie lohnenden Business zu entwickeln.

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